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23.10.2015, 13:23 Uhr | Sebastian Loos
Nur wer miteinander redet kann Herausforderungen meistern
Ein Kommentar zum Thema von Sebastian Loos, Vorsitzender der Jungen Union Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz
Wenn ich derzeit die Kommentarspalten von Zeitungen oder diverse Facebook-Einträge zum Thema Flüchtlinge und Asylbewerber lese, wird mir einfach nur schlecht. Und wenn auf öffentlichen Demonstrationen mit vielen tausenden Besuchern, angeblich Menschen wie du und ich, plötzlich über leider geschlossene Konzentrationslager gesprochen wird, ist unsere Gesellschaft an einem bedrohlichen Punkt angekommen. Täglich lese ich online Geschichten über von Flüchtlingen ausgeraubte Supermärkte in Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde und vielen anderen Städten unserer Region. Dazu kommen immer die Aussagen „die Polizei macht ja eh nichts“, „davon darf die Lügenpresse ja nicht berichten“ und „das wird von oben unter den Tisch gekehrt.“
Ausnahmslos alle davon haben sich als dreiste Gerüchte und Lügen erwiesen. Sowohl die Verantwortlichen in den Supermärkten als auch Thomas Ballerstaedt (Leiter Polizeiinspektion Elbe-Elster) nehmen deutlich Abstand von diesen Aussagen. Alle Kommunalparlamente beschäftigen sich mit diesem Thema, eine Reform unserer Asylgesetze wurde in Bundestag und Bundesrat nach heftigen Debatten zügig umgesetzt, nahezu jeder Bürgermeister ringt um Lösungen und bringt die Probleme der Kommunen an entsprechender Stelle an. Albanien, Kosovo und Montenegro sind mittlerweile als sichere Herkunftsländer eingestuft. Die Rückführung abgelehnter Asylbewerber wird mit aller Kraft vorangetrieben. Viele Geldleistungen wurden durch Sachleistungen ersetzt. Dennoch muss sich der Polizist anhören, dass er seinen Job nicht macht. Der Politiker wird als „Volksverräter“ und „Hurensohn“ beschimpft. Ehrenamtliche Helfer sind „linke Drecksfaschisten“. IHR, die mit derartigen Parolen durch das Land zieht, seid es, die die Luft mit Hass verpesten und einen Dialog fast unmöglich machen!!!! Natürlich stehen wir vor einer riesigen Herausforderung und einen ewigen Zustrom an Asylsuchenden hält unser Sozialsystem nicht aus. Auch die Integration eines streng gelebten Islams in unsere Wertevorstellung und Demokratie ist eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Das Leistungsvermögen von ehrenamtlichen Helfern, THW, Feuerwehren und dem roten Kreuz droht zu erschöpfen. Die Frage nach einer großen, europäischen Lösung ist berechtigt. Genauso wie die Rolle der reichen arabischen Golfstaaten kritisiert gehört. Aber seit wann kann man solche Probleme mit blinder Wut und Vorurteilen lösen? Was bringen uns konkret brennende Asylunterkünfte, Hassparolen gegen Politiker oder das Streuen von üblen Gerüchten? Nichts! Wer von euch hat denn schon bei einer Hilfsaktion mitgemacht und die Gelegenheit genutzt, sich in den Unterkünften selbst ein Bild zu machen? Wer von euch musste denn Gewalt und Kriminalität durch Asylbewerber am eigenen Leib spüren? Wenn euch etwas nicht passt, kritisiert, geht demonstrieren und nutzt eure Stimme. Denn eine rein positive Betrachtung inklusive Weglächeln der Probleme bringt natürlich auch nichts. Aber bitte bleibt im Rahmen unserer Rechtsordnung. Auch Beleidigung und Verleumdung sind in Deutschland strafbar! Oder müsst ihr euch in eurem Job auch permanent auf niedrigstem Niveau beschimpfen lassen?